08. Januar 2008

B9100icon.png MIttlerweile habe ich einige Fine Art Papiere getestet und einen ersten Eindruck über die Vielfalt solcher Papiere gewonnen. Diese ist schier unermesslich - man ist erst einmal erschlagen und hat deutliche Probleme, sich zu orientieren. Jedenfalls geht es mir so. Im Folgenden also eine kleine Auswahl mit entsprechenden Links zu Herstellern / ICC-Profilen sowie Bezugsquellen (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Meine unbedarften Eindrücke und Überlegungen sind dabei definitiv nicht-professioneller Natur. Gedruckt habe ich jeweils aus Photoshop CS3 mit Softproofing etc. Update: Ilford Gold Fibre Silk

Baryt-Papiere

Bei Luminous Landscape werden die drei Großen ebenfalls verglichen. Hinsichtlich Schärfe, Detaildarstellung, Farbbrillianz und Farbraum scheinen sich die Papiere nicht viel zu geben. Auch die Grammatur ist in etwa gleich.

HFA Baryta

hfa_baryta.jpg Hahnemühle ist eine traditionelle deutsche Papierfabrik gleich hier um die Ecke in Dassel. Das Papier ist glänzend, hat jedoch eine leichte, durchaus gefällige Oberflächenstruktur. Kosten: ca. 1.96€/A4 Blatt, damit das teuerste Papier in diesem Bericht.

Harman Gloss Fp Al

harman_gloss.jpg Harman ist ein Ableger des ehemaligen Ilford, darf aber nicht den Namen Ilford im Zusammenhang mit Papieren verwenden. Das Papier ist wiederum sehr scharf und detailreich, brilliant und mit hohem Tonwertumfang. Es ist weisser als das HFA Baryta und zeigt so gut wie keine Oberflächenstruktur. Nach dem Drucken wellt es sich recht stark, dies ist jedoch nur von kurzer Dauer. Bei größeren Formaten als A4 kann es dadurch vielleicht zu Problemen während des Druckens kommen. Die Kosten liegen bei ca. 1.23€/A4 Blatt.

Ilford Gold Fibre Silk (Update)

goldFibre.jpg Eine japanisch geführte, schweizer Firma ist ebenfalls Ableger der alten Ilford-Marke. Sie dürfen den Namen auch im Zusammenhang mit Papieren nutzen. Verwirrend, nicht? Mittlerweile habe ich auch dieses Papier getestet. Die Oberfläche ist matt und hat einen etwas wärmeren Grundton als die obigen anderen beiden Papiere. Am ehesten kann man - finde ich - das Druckergebnis mit einem Druck auf Luster Photopapier vergleichen (s.u.). Insgesamt auch ein sehr gefälliges Papier, welches sich nach dem Druck jedoch ebenfalls stark wellt. Kosten: ca. 0.92€/A4 Blatt.

Fazit Baryt-Papiere

Die Baryt-Papiere sind allesamt recht teuer und geben sich in der Qualität der Ausdrucke insgesamt nicht viel. Hervorragende Ergebnisse erhält man bei allen dreien, die dezenten Unterschiede liegen vor allem im Grundweisston der Papiere und in der Oberflächenstruktur. Sobald man die Ausdrucke aus der Hand legt und z.B. mit einem Ausdruck auf Plastik-beschichteten Papier (s.u.) vergleicht, fällt kaum noch ein Unterschied auf. Ich komme durchaus ins Zweifeln, ob die vermeintlichen Vorzügen der Baryt-basierten Papiere den Preis rechtfertigen.

Matte (Rag) Papiere

Meist Baumwoll- (oder auch Bambus-) basierte Papiere mit matter Oberfläche, verschiedenen Grundweisstönen und Oberflächenstrukturen. Hinsichtlich Archivqualitäten kann die Zugabe von Aufhellern bedenklich sein, die weisseren Papiere haben davon entsprechend mehr. Es gibt viele Dutzende Sorten, deutlich mehr als ich jemals hätte ausprobieren können. Keines der hier beschriebenen Papiere zeigt wesentliches gloss differential oder bronzing - ganz schlimm war dies z.B. beim HFA Photo Rag Pearl. Getestet habe ich nur mit Schwarz/Weiß-Drucken. In Detailauflösung und Schärfe gleichen sich die Papiere weitestgehend.

Hahnemühle

hfa_photo_rag.jpg hfa_bamboo.jpg HFA Photo Rag ist der Prototyp eines fein strukturierten, matten Fine Art Papieres. Erhältlich in zwei verschiedenen Grundtönen mit / ohne optische Aufheller sowie unterschiedlichen Grammaturen. Die Oberfläche wirkt etwas rauer als bei den Moab Entradas. Die bei Hahnemühle erhältlichen ICC-Profile lieferten bei mir auf Anhieb gute Ergebnisse. Kosten: ca. 1.56€/A4 Blatt

HFA Bamboo ist ein neues Papier auf Basis von Bambus. Mir persönlich gefällt der Grundton des Papieres nicht. Detailreichtum und Schärfe sind jedoch sehr gut. Auch hier gute Ergebnisse mit dem ICC-Profil von Hahnemühle. Kosten: ca. 1.61€/A4 Blatt

Testpackungen und die Papiere selbst sind z.B. bei Monochrom oder bei Fine-Art-Papiere erhältlich.

Moab

moab_entrada.jpg Die Moab Entrada Papiere gibt es in Natural und Bright sowie in verschiedenen Grammaturen. Bezugsquelle ist z.B. Life Foto, dort gibt es auch eine Testpackung. Die ICC-Profile bekommt man bei Moab selbst. Gute Ergebnisse hatte ich mit den Natural-Profilen. Die Bright-Profile erschienen mir nicht sehr linear, d.h. die Schattenbereiche wurden deutlich zu hell dargestellt. Selbst angefertigte Profile helfen sicherlich - leider habe ich dazu keine Möglichkeit. Kosten: ca. 1.08€/A4 Blatt

Fazit Rag Papiere

Meines Erachtens nach wirken Schwarz/Weiß-Aufnahmen auf diesen matten Papieren mit leichter Oberflächenstruktur geradezu dreidimensional. Die Ausdrucke auf den obengenannten Papieren erscheinen hinsichtlich Schärfe und Detailreichtum und Grauwertumfang nahezu identisch.

Deutliche Unterschiede gibt es in den Grundtönungen der Papiere. Die Reihenfolge von warm bis kalt: HFA Bamboo, Moab Entrada Natural, HFA Photo Rag, HFA Photo Rag Bright White, Moab Entrada Bright. Am besten gefällt mir persönlich ein dezent aufgehelltes Papier, in diesem Falle HFA Photo Rag Bright White (auch aufgrund der Oberfläche). An zweiter Stelle wähle ich das Moab Entrada Natural - nicht zuletzt aufgrund des moderaten Preises. Das Moab Entrada Bright ist mir zu kalt und glatt.

Glänzende Papiere

Diese Papiere entsprechen am ehesten traditionellen synthetischen Fotopapieren. Die Moab-Papiere sind Baumwoll-basiert und lediglich beschichtet, das HP Papier ist -glaube ich- ganz aus synthetischem Material. Die Grammaturen sind vergleichbar.

Moab

moab_lasal.jpg Gedruckt habe ich auf Moab Lasal Photo Glossy und Moab Lasal Photo Luster. Beide lieferten wiederum sehr guten Farbraum, Detail und Schärfe. Die bei Moab erhältlichen ICC-Profile ergaben eine sehr gute Farbwiedergabe. Die Glossy Variante ist sehr -äh- glänzend, die Luster Variante entspricht einem semi-gloss. In Abhängigkeit vom Motiv gefallen mir beide Varianten sehr. Ein Moab Lasal Photo Glossy Druck neben einem Harman Gloss Fp Al Druck lässt keinen wesentlichen Unterschied erkennen - ausser man nimmt die Papiere in die Hand. Ein HP Advanced Photo Glossy Druck (s.u.) wirkt im Vergleich etwas weniger brilliant. Gloss differential und bronzing sind zu vernachlässigen. Kosten für die Moab Lasals: 0.75 €/A4 Blatt

HP

hp_adv.jpg HP Advanced Photo Glossy Papier sollte jeder in der (Drucker-) Schublade haben. Die Druckergebnisse sind hinsichtlich Farbraum, Detail und Schärfe sehr gut, der Preis ist erstaunlich günstig. Auf der Rückseite thront zwar das HP Emblem - für viele Anwendungen kann ich damit jedoch leben. Gloss differential und bronzing sind auch hier gut beherrscht. Kosten: ca. 0.34€/A4 Blatt. Dies ist übrigens das Papier, welches der Drucker zum Kalibrieren benötigt

Tabellarische Übersicht

DIN A4 Format

papier_dina4.jpg

DIN A3 Format

papier_dina3.jpg

Weitere Links