28. Dezember 2007

bamboo.png Sobald man in Photoshop Retouchieren und selektiv Nachbearbeiten möchte, bemerkt man schnell die Grenzen einer Bearbeitung rein mit der Maus. Als Lösung kommt ein Tablet mit drucksensitivem Stift in Frage: das Bamboo von Wacom gibt es im Format A6 in der Fun Version recht günstig, so dass die Hürde für einen Test nicht sehr hoch ist.

Hardware

Geliefert wird das Tablet, ein Stift, ein Stifthalter und ein USB-Kabel. Letzteres kann vom Tablet getrennt werden, so dass dieses platzsparend transportiert werden kann. Sowohl Tablet als auch Stift arbeiten ohne extra Spannungsversorgung! Der Stift ist recht leicht, ein bisschen mehr Gewicht wäre nicht schlecht gewesen. Am Stift sind 2 Drucktasten angebracht - den Stift beim gleichzeitigen Drücken dieser Tasten in Position zu halten ist nicht ganz einfach. Dreht man den Stift um, kann man die andere Seite als Radiergummi nutzen. In der Fun Version des Tablets arbeitet der “Radierer” ohne Druckstufen. Letzteres stört mich nicht, da man beim Maskieren in Photoshop eh mit den default colors (schwarz, weiss) und einem Pinsel arbeitet.

Es gibt 4 Funktionstasten und ein Scrollpad am Tablet selbst. Alle Tastenbelegungen lassen sich in den Systemeinstellungen frei wählen. Insgesamt macht die Verarbeitung einen sehr guten, wertigen Eindruck. Mit den blau beleuchteten Funktionstasten wirkt das Tablet sehr edel. Man kann den Stift beherzt aufdrücken - zuerst war ich viel zu vorsichtig.

Software

Getestet habe ich das Tablet nur am Mac unter OS 10.5 Leopard. Den neusten Treiber lädt man sich am Besten direkt bei Wacom herunter - die aktuelle Version ist Leopard kompatibel. Die Installation ist sehr einfach: in den Systemeinstellungen erscheinen zwei weitere PrefPanes: Pen Tablet und Ink. Letzteres ist die OS X eigene Handschriftenerkennung. Ausprobiert habe ich dies allerdings noch nicht. Viel wichtiger sind die Einstellungen unter Pen Tablet (s. a. Screenshots). Dort kann man das Verhalten des Stiftes und der Funktionstasten konfigurieren.

Es gibt zwei Betriebsmodi: Pen Mode und Mouse Mode. Beim Pen Mode ist die Fläche des Tablets gleich dem Bildschirm. D.h. die Koordinaten sind absolut (rechts oben auf dem Tablet = rechts oben auf dem Bildschirm). Im Mouse Mode ist dies anders - die Koordinaten sind relativ, wie eben bei einer Maus.

tabletsyspref1.jpg tabletsyspref2.jpg

Einsatz

Insgesamt ist der Einsatz recht gewöhnungsbedürftig. Das Tablet registriert die Stiftplatzierung bereits beim “Schweben” über dem Tablet. Ein Aufsetzen entspricht bereits einem Einfach-Klick. Dies führt ohne entsprechende Übung zu einer gewissen Unschärfe in der Bedienung, da man den Stift beim Aufsetzen ja nicht unbedingt senkrecht nach unten bewegt. Als Resultat versetzt der Mauszeiger leicht. Mit ein wenig Übung ist dies aber ganz gut zu meistern. Für die Bedienung des Rechners allgemein ist mir die Mighty Mouse jedoch lieber - vor allem aufgrund des Scrollrads. Mit dem Bamboo Pen oder dem zusätzlichen Scrollfeld kann man zwar auch scrollen, allerdings ist dies deutlich langsamer. Im absoluten Modus (Pen Mode) legt man darüber hinaus deutlich größere Strecken mit der Hand zurück als mit einer Maus.

Photoshop

Herrlich ist dagegen der Einsatz in Photoshop. Hier kann man Pinsel frei definieren und den Parameter Pen Pressure frei einer Funktion zuordnen. Man kann so z. B. Aspekte wie Pinselstärke, Opacity und Flow der Druckstärke des Bamboo Pens zuordnen. Dies klappt wirklich gut und erlaubt feines Vorgehen z. B. beim Maskieren bestimmter Bildbereiche. Belegt man sich die Funktionstasten des Bamboo (über die Systemsteuerung) mit D und X hat man zwei wichtige Funktionen in Photoshop direkt verfügbar (default colors, swap colors). Man benötigt einiges an Übung, um schnell zu arbeiten. Es macht jedoch jede Menge Spaß und ist bei weitem nicht so frustrierend wie ein reines Arbeiten mit der Maus.

Links

Funktionsvergleich der Bamboo Tablets, Review beim PhotographyBlog, Wacom Seiten zu den Bamboos