25. Dezember 2007

B9100icon.png Dies der erste Bericht meiner Erfahrungen mit dem HP Photosmart Pro B9180: Wie druckt es sich unter Mac OS 10.5 Leopard? Wo bekommt man die Treiber her? Gibt es Inkompatibilitäten? Stimmt der Druck mit der Bildschirmanzeige überein? Fragen über Fragen.
Update 1 und 2: Drucken mit Lightroom.

Setup und Installation

hpprintutility.jpg Ich erspare mir eine ausführliche Beschreibung der Auspackzeremonie des B9180. Im Netz gibt es dazu jede Menge Reviews. Ich habe einige Links in einem früheren Beitrag gesammelt: Fineart-Printing: nachgerechnet (Update 3)

Man sollte die Anweisungen zum Setup des Druckers peinlichst genau beachten und ca. 45 Minuten Zeit einplanen. Während der Drucker die Tintenleitungen füllt und sich kalibriert, kann man ggf. von der Leopard Installations-DVD die HP Druckertreiber nachinstallieren. In der vollautomatischen Installation werden diese Treiber gleich mit installiert, da es aber lockere 3.6GB sind, habe ich die Option deaktiviert und installiere lieber manuell nach.

Auf der Leopard-DVD enthalten sind neben den aktuellen Druckertreibern auch das HP Printer Utility, mit dem sich Informationen zum Tintenstand etc. abfragen lassen. Auch kann man dort eigene Papiersorten definieren. Übrigens hat der B9180 einen Webserver eingebaut, so dass man den Drucker über Ethernet vollständig administrieren kann. Zum HP Printer Utility gelangt man übrigens, wenn man im Drucker Queue auf den Info-Button klickt.

Eigene Papiersorten

custompaper1.jpg custompaper2.jpg

Im HP Printer Utility gibt es nebenstehenden Dialog, mit dem man eigene Papiersorten anlegen kann. Man benötigt 3 Dinge: 1. einen Namen (duh!), 2. die Art des Papieres und 3. ein ICC-Profil (optional).

Die Art des Papieres ist wichtig, weil der Drucker u.a. die Entfernung Druckkopf<>Papier dementsprechend einstellt. Der B9180 macht dies unüberhörbar. Ebenfalls wichtig ist die Wahl der Papierart für die zu verwendende schwarze Tinte - matt oder glossy. Die Papierhersteller sollten neben den ICC-Profilen immer auch Informationen zum einzustellenden Papiertyp haben (meist unter Handling Instructions). Hat man die Zuordnung einmal gespeichert, muss man diese fortan nicht mehr im Kopf haben, sondern kann im Druckdialog einfach die gespeicherte Zuordnung auswählen.

Ein ICC-Profil ist bei der Zuordnung nicht zwingend notwendig. Lässt man seine Programme (z. B. Photoshop) das Color Management handhaben, hat der Drucker damit nichts mehr zu tun und benötigt das Profil nicht. Anders natürlich, wenn der Drucker explizit das Management übernehmen soll - dies sollte in der Regel aber eher selten der Fall sein.

Druckdialog

Beim Drucken unter Photoshop CS3 und Leopard zeigt sich ein großer Vorteil ziemlich schnell: man kann die Farbe nicht doppelt managen! Wählt man in CS3 Photoshop manages color aus, wird im Druckerdialog die Option unter Color Matching automatisch richtig gesetzt. Man muss lediglich unter Paper Type das richtige Papier bzw. den richtigen Papiertyp auswählen. Bei mir klappte es so auf Anhieb und lieferte beste Ergebnisse.

colormatching.jpg papertype.jpg

Papiersorten

Ich habe mir mehrere Probepacks an Papieren bestellt (Hahnemühle, Harman, Lumijet, Moab, Monochrom) und bin noch fleißig am Testen. Vorab soviel: unbedingt (wirklich!) das From Camera To Print Tutorial bei Luminous Landscape kaufen und anschauen. Als blutiger Anfänger im Bereich Fine Art Printing hilft dies immens!

Softproofing

Je nach Papiersorte muss (!) man beim Softproofing in Photoshop einiges an Modifikationen machen (Curves, Saturation, Hue etc.). Besonders bei Farbbildern auf matten Papieren ist dies notwendig. Die meisten Gloss-Papiere und die neuen Baryt-Papiere benötigen sehr viel weniger Anpassungen, da der Farb- und Dynamikumfang der Papiere einfach größer ist. Direkt aus Lightroom sollte man eigentlich nur auf solche Papiere drucken, da (bislang) ja noch kein Softproofing möglich ist (es sei denn, man druckt ein bereits in Photoshop auf ein bestimmtes Papier hin bearbeitetes Bild). Besonders auch beim Schwarz/Weiß-Druck gilt es auf die Dynamik zu achten und ggf. per Curves zu justieren. Bei korrektem Vorgehen ist es phänomenal zu sehen, dass ein 2-3% warming oder cooling (in Photoshop via Photo Filters) im Ausdruck eines Schwarz/Weiß-Bildes exakt abgebildet wird.

Output Sharpening

Unbedingt notwendig ist auch ein heftiges Schärfen des Bildes zum finalen Druck (output sharpening, in Lightroom ebenfalls nicht wirklich machbar). Ich habe dies bislang per High Pass Filter und Hard Light Blending gemacht. Die Ergebnisse gefallen mir, sind aber natürlich alles andere als fundiert. PlugIns wie z. B. PixelGenius Photokit Sharpener machen dies sicherlich besser unter Berücksichtigung der Ausgabegröße und des Ausgabemediums.

Fazit

Bislang macht das Drucken unter Leopard keinerlei Probleme, zeigt verlässliche Ergebnisse und vorzügliche Farb- und Grauwertumsetzung - das richtige Vorgehen mit Color Management und Softproofing vorausgesetzt. Sicherlich ist es sinnvoll, sich auf einige wenige Papiersorten einzudrucken, so dass man die Wirkung und Eignung eines Motivs für die jeweiligen Papiersorten einzuschätzen weiß.

Update: Drucken mit Lightroom

Das Print Modul in Lightroom ist ziemlich genial, wenn man mehrere Bilder auf einer Seite unterbringen möchte. Selbst mit einem Benutzer-definierten Papierformat (in diesem Falle ein A3 Hahnemühle Fotoalbum) ist dies problemlos möglich. Die Softproof- und Output Sharpening Limitierungen habe ich umgangen, indem ich die Bilder in Photoshop vorbearbeitet habe (tlw. per Batch mit aufgezeichneten Aktionen). Danach re-import als TIFF in Lightroom… Soweit so gut. Leider aber druckt Lightroom die Bilder viel zu dunkel aus, wenn ich Lightroom die Farben managen lasse. Und ja, das richtige Profil ist ausgewählt und der Drucker sollte die Farben in Ruhe lassen. So die Theorie. Funktionierte aber nicht. Erst als ich den B9180 die Farben bestimmen ließ (Printer manages color) und im Druckdialog das Papier nebst zugeordnetem ICC-Profil auswählte, wurden die Farben richtig wiedergegeben. Irgendetwas scheint beim Drucken mit Lightroom also noch nicht richtig zu stimmen…

Update 2

Ian Lyons hat auf seiner Seite Computer Darkroom eine Step-by-Step Anleitung hinsichtlich Lightroom zusammengestellt. Ignore Color Matching ist ein wichtiger Tipp. Leider scheinen die Presets hinzugefügte eigene Papiere nicht mit zu speichern. Es erscheint immer wieder HP Advanced Photo Glossy in der Papierauswahl. Schade.