18. Oktober 2007

oryx_small.jpg Eine genaue Beschreibung der Route verfasse ich gerade und stelle den Bericht bald online. Hier erst einmal ein paar technische Details. Die Strecke verlief über gut 3500km Teer, Schotter- und Sandstrassen. Vor allem in den Autos war es zu allen Zeitpunkten heiß und staubig. Hinzu kam meist ein ebenfalls sehr trockener Wüstenwind. Sand sammelte sich eigentlich überall - gerade auch in den Autos lagerte sich ein feiner Sandstaub ab, der durch Lüftung und Türdichtungen beim normalen Fahren hineingesogen wurde…

Ausrüstung, die nicht staubgeschützt war, versandete! Meine Ausrüstung war konsequent im geschlossenen Rucksack untergebracht, lediglich die einsatzbereite Kamera lag auf der Rückbank abgedeckt mit einem Handtuch gegen Staub und Sonneneinstrahlung. Bei Bootstouren oder Fahrten in einem offenen Wagen empfiehlt es sich, immer ein Tuch zum Abdecken dabei zu haben. Die Kamera bleibt so schnell einsatzbereit - und die Ausrüstung wird es einem danken. Ich hatte übrigens nicht alles doppelt dabei (2. Body etc), da ich ein ganz normaler ambitionierter Hobbyfotograf bin und mir letztendlich sagte: “ich bin nicht nur zum Fotografieren dort”. Anders denkt man sicherlich, wenn man vom Ertrag der Bilder leben möchte…

Ausrüstung

Nikon D200 inkl. MB-D200, Tokina 12-24/f4, Nikon 70-300VR/f4.5-5.6, Nikon 35/f2, SB-800, 3x EN-EL3e, Chinatrigger, Nexto CF Imagetank, Novoflex Beanbag, Manfrotto 055B, Jack Wolfskin ACS Photopack. Dann natürlich noch Ladegeräte etc (s.u.). Ich habe mich extra gegen die Mitnahme meines Macbook entschieden, da mich dies zu sehr an den Rechner gebunden und eh schon knappe Zeit verschwendet hätte. Ausserdem wäre es ein anfälliges Stück Technik mehr gewesen, welches vor Staub, Sonne und Diebstahl hätte geschützt werden müssen.

Objektive und Belichtung

Wenig verwunderlich sind die meisten Bilder mit dem 70-300VR entstanden. Und ja, die 300mm waren zu wenig. Für einige Vögel hätte ich mir deutlich mehr gewünscht. Aber auch große Tiere wie Elefanten und Giraffen sind im Moremi und Chobe Nationalpark in Botswana recht scheu und oftmals nicht so nah, wie man es sich (für die Fotos) wünschen würde. Von Löwen und anderen Großkatzen ganz zu schweigen. Da man in den genannten Parks aber auch häufig ganz alleine neben einer großen Herde Elefanten steht und merkt, dass es sich um richtige wilde Tiere handelt, ist einem der Abstand (für die Sicherheit) gar nicht so unlieb…

Die meisten anderen Bilder habe ich mit dem Tokina 12-24 gemacht. Man muss bei der Belichtung ziemlich penibel darauf achten, dass die Kamera nicht zu konservativ belichtet. Aufgrund des großen Blickwinkels hat man leicht einen großen Kontrastumfang, der die Belichtungsmessung der D200 eigentlich immer in die Unterbelichtung trieb. Ich habe zur Kompensation meist mittenbetont gemessen und eine Korrektur von +0,3 bis +0,7 EV eingestellt - in Einzelfällen auch mehr. Dies verlangte ein dauerhaftes chimping und Kontrolle des Histogramms.

Das Nikon 35/f2 kam zwar am Wenigsten zum Einsatz, ich war jedoch froh, dass ich es mitgenommen hatte. Der SB-800 gelangte bei einigen Nachtaufnahmen in den Campsites zum Einsatz. Dort habe in schwarzer Nacht mit der Kamera auf bulb per Hand Lichtakzente mit dem Blitz gesetzt und habe so ein großes Areal stimmungsvoll ins rechte Licht setzen können. Mein Plan, den Blitz mit Hilfe der Chinatrigger entfernt auszulösen und somit aus der Sicherheit des Zeltes heraus nächtliche Tieraufnahmen zu machen, scheiterte an der Reichweite der Chinatrigger und an meiner Faulheit bzw. Müdigkeit.

Hinsichtlich Belichtung habe ich generell versucht, dem Grundsatz “expose to the right” [Link][http://www.luminous-landscape.com/tutorials/expose-right.shtml] zu folgen. Zumeist hatte ich damit guten Erfolg und es ging flott von der Hand - auch wenn es stetige Kontrollen des Histogramms und erneute Aufnahmen mit veränderter EV-Korrektur mit sich brachte. Der Qualität der Bilder ist es jedenfalls tatsächlich zuträglich.

Staub / Sand auf dem Sensor

Entgegen meiner Befürchtungen war Sensorschmutz kein Problem! Ich habe während der Fahrt den Sensor einfach in Ruhe gelassen und mir Mühe gegeben, die Objektive schnell in einer windgeschützten Umgebung zu wechseln. Weiterhin habe ich versucht auf einen Wechsel im Auto aufgrund der ganzen schwebenden Staubpartikel zu verzichten. Den Sensor immer nach unten gerichtet zu halten, hat sicherlich ebenfalls geholfen. Ein Vorher/Nachher-Vergleich zeigt jedenfalls nur wenige Staubkörner mehr (5 um genau zu sein, zwei waren zu Beginn schon auf dem Sensor). Damit kann ich leben. Eine Reinigung on-the-road hätte sicherlich einiges mehr an Dreck auf den Sensor gebracht. Und ja, ich habe häufig gewechselt…

Strom

Auch hinsichtlich des elektrischen Stromes habe ich mir Sorgen gemacht und mir im Vorfeld ein Akkuladegerät mit Möglichkeit der Nutzung im Auto zugelegt (Ansmann Digicharger Plus). Der Ansmann Charger konnte so ziemlich alles an mitgenommenen Akkus (inkl. EN-EL3e) laden und tat dies auch unkompliziert im Handschuhfach. Der Anschluß erfolgte einfach per Kabel am Zigarettenanzünder. Auf den größeren Campsites gab es jedoch zumeist ebenfalls Strom, so dass ich dort das normale Nikon-Ladegerät genutzt habe. Lediglich im Moremi- und Chobe Nationalpark waren Steckdosen rar, so dass die Möglichkeit im Auto zu laden, essentiell war. Ich hatte 3 EN-EL3e mit und hatte trotz chimping keinerlei Probleme. Die Notoption der Verwendung von AA Batterien im MB-D200 Batteriegriff war nicht notwendig.

Speichern der Bilder

Da ich kein Notebook dabei hatte, mussten die Bilder irgendwo gespeichert werden. Hierzu nutzte ich verlässlich einen Next CF ND-2500 Imagetank. Die Bedienung des Geräts ist denkbar einfach. Ein Display dient lediglich der Bedienung der Kopiervorgänge, Bilder können nicht angeschaut werden (muss ja auch nicht). Große Vorteile: schnellstes Kopieren (wenige Minuten für eine 4GB Karte), lange Akkulaufzeit und gutes Zubehör - unter anderem ein Stromadapter für den Zigarettenanzünder. Sehr praktisch. Der Anschluss zu Hause an den Rechner kann über USB 2.0 oder Firewire erfolgen, so dass man bequem und schnell die Gigabyte an Bilddaten auf den Rechner geladen bzw. in Lightroom importiert bekommt.

Wenig genutzt

Vor der Abreise habe ich extra noch ein Beanbag besorgt. Genutzt habe ich es wenig. Viele Bilder sind aus dem Auto heraus aufgenommen, so dass ich die Kamera zwar prima hätte auf dem Fenster / der Tür auflegen können, ich mir dann jedoch kräftigst den Rücken verrenkt hätte. Ähnliches gilt für das Stativ. Im Auto ist es nicht nutzbar, vor allem, wenn man gleichzeitig auch noch Fahrer ist. In der Dämmerung benötigt man es schon - jedoch dauert der Sonnenuntergang gerade mal 30 Minuten, so dass auch hier der Einsatz begrenzt ist. Anders sieht es sicherlich aus, wenn man in einem offenen Jeep lediglich Beifahrer ist. Man hat dann mehr Flexibilität und Möglichkeit solche Hilfsmittel einzusetzen. Sehr gut einsetzen kann man ein Stativ an den Wasserlöchern der Etosha-Pfanne.

Fazit

Ich hatte keine Materialausfälle. Staub war zwar jede Menge vorhanden, jedoch durchaus zu managen. Die Ausrüstung passte gut in den Rucksack, welcher wiederum auch bei warmen Temperaturen gut zu tragen war. Ich habe eigentlich alles an Ausrüstung genutzt und benötigt, so dass ich retrospektiv nicht anders planen würde. Sicherlich bestand die Gefahr eines Datenverlustes auf dem Imagetank (Plattencrash) oder auch die Möglichkeit einer defekten Kamera und/oder Objektiv. Dies habe ich bewusst in Kauf genommen. Hätte ich solch einen technischen Ausfall erlebt, wäre es sicherlich sehr ärgerlich gewesen. Ich hätte mich jedoch zurückgelehnt, die Stille und Weite des Landes genossen, mir ein weiteres Bier aus der Kühlbox genommen und den Elefanten beim Baden zugeschaut…