- Reisebericht: Safari in Namibia, Botswana und Sambia
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23. Oktober 2007
Hier nun der gesamte Reiseverlauf und die einzelnen Stationen der Safari durch Namibia, Botswana und Sambia. Fotos gibt es natürlich auch zu sehen… Übrigens hat Wolfgang die Tour zusammengestellt und wir sind den größten Teil der Strecke zusammen unterwegs gewesen. Danke, Wolfgang!
Reiseverlauf - Übersicht
Reisezeit war September / Oktober, also in der trockenen Periode. Dementsprechend sah die Landschaft stellenweise schon recht karg aus und das Wildleben konzentrierte sich an den Wasserstellen. Die wichtigsten Koordinaten habe ich in einem Google Earth File zusammengefasst.

Windhoek
Erste Übernachtungen im Klein Windhoek Guesthouse. Ausrüstung der Autos: Toyota HiLux 4×4 mit Dachzelten und kompletter Campingausstattung (gemietet bei Kalahari Car Hire. Alles Fehlende (Schlafsäcke etc) mieteten wir bei Adventure Camping Hire. Nach 2 Tagen Akklimatisierung und Ausrüsten machten wir uns dann auf dem Trans-Kalahari Highway auf den Weg nach Osten.

Zelda Lodge
Kurz vor der Grenze zu Botswana Übernachtung in der Zelda Lodge. Dort gab es ein paar Tierchen zu sehen, u. a. Geparde und ein Leopard. Ein Ranger erzählte einige interessante Details zu den Raubkatzen.


Maun
Nach langer Wegstrecke auf schnurgeraden Asphaltstrassen erreichen wir das Audi Camp in Maun. Von hier aus kann man bestens eine Tour im handgeschnitzten Mokoro in das südliche Okavango-Delta machen. Wir haben die Tour beim Sedia Hotel / AfroTrek gebucht (gutes Preis / Leistungsverhältnis). Solch eine Mokoro Bootstour ist sehr eindrücklich, da man kurz über der Wasseroberfläche sitzt und sanft dahin gleitet. Die befahrenen Wasserwege sind schmal und gewunden. Mittags haben wir auf einer kurzen Wanderung an Land tatsächlich noch unseren ersten Elefantenbullen in freier Wildbahn gesehen. Der Elefant fand unser Erscheinen gar nicht amüsant, schüttelte heftig seinen Kopf und zog sich (zum Glück) zurück.


Moremi Nationalpark
Am nächsten Tag ging es in den Moremi Nationalpark. Ziel war die Campsite Xakanaxa am Khwai River mitten im Okavango-Delta. Man sollte hier unbedingt eine abendliche Bootstour machen.
Wichtig zu wissen: Übernachtungen in den Campsites des Chobe National Park, Moremi Game Reserve, Makgadikgadi National Park und Nzai Pan National Park müssen vor Anreise reserviert werden!
Parks and Reservations Officer P.O. Box 20364 Boseja, Maun, Botswana. Tel: (267) 661265 Fax: (267) 661264Dort jemanden zu erreichen oder sogar ein Fax zu schicken, gestaltet sich jedoch als sehr schwierig. Geduld! This is Africa! Es kann einem gut passieren, dass man die Standardantwort “Everything is fully booked” erhält. Nur nicht locker lassen. Die Ranger nehmen es mit den Reservierungen ziemlich genau, so dass man schon eine solche haben sollte. Relativ unkompliziert gestaltete sich jedoch ein kurzfristiges Verschieben der gebuchten Tage vor Ort. Die entlegenen Campsites haben tlw. nur einige wenige Stellplätze. Nächtliches Löwengebrüll sowie vorlaute Velvet-Monkeys gibt es allerdings inklusive.



Chobe Nationalpark
Angesteuert haben wir die Campsites Savuti und Linyanti Link. Beide Gegenden bieten Wildlife pur und sind nur mit robusten Allradautos zu erreichen. Im Nachhinein betrachtet waren unsere Etappen durch den Moremi und Chobe Park etwas zu lang. Aufgrund der schlechten Strassenverhältnisse sollte man unbedingt ein oder sogar zwei Übernachtungen mehr im Moremi Park einplanen, eine weitere im Chobe Park. Unterwegs gibt es so viel zu sehen, dass einem bei langen Wegstrecken mitunter die Muße fehlen wird, innezuhalten und die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Es gibt keine Zäune, man darf aus dem Auto aussteigen und merkt tatsächlich die Reaktionen der Tiere auf die eigene Anwesenheit. Dies ist in der Etosha-Pfanne (s.u.) deutlich anders.



Kasane
Nach anstrengenden und staubigen Tagen in den Nationalparks haben wir einen Ruhetag in Kasane eingelegt (Toro Safari Lodge). Von Kasane aus empfiehlt es sich, eine Sundowner-Bootstour (Dauer ca. 3 Stunden) auf dem Chobe River zu machen. Es gibt jede Menge Anbieter - vorher unbedingt fragen, ob Drinks an Bord sind oder man selbst welche mitbringen kann / muss - ansonsten wird so einer Sundowner Tour ziemlich trocken. Leider war das Licht an diesem Tag / Abend einfach schrecklich - bewölkt, diesig, sehr diffus, kaum Kontraste, ganz zu schweigen von eh schon knappen Farben - rein fotografisch gesehen ein Desaster.


Verlassen haben wir Kasana in Richtung Livingstone / Sambia. Der Grenzübergang bei Kazangula stellte im wahrsten Sinne des Wortes eine Grenzerfahrung dar. Die Fähre über den Sambesi ist mindestens genauso sehenswert wie die LKW-Schlangen davor. Die eigentliche Einreise in Sambia ist teuer und umständlich. Man benötigt viele verschiedene Genehmigungen (C02-Steuer, extra Autoversicherung, polizeiliche Fahrgenehmigung für das Auto, Fährgebühren, Visum pro Person), die natürlich alle in unterschiedlichen Gebäuden zu beantragen sind. Insgesamt hat uns die Einreise für ein Auto und 2 Personen US-$200 gekostet! Lokale Währung wäre günstiger, die darf man aber nicht einführen… Es bleibt ein fader Nachgeschmack. Die Beamten waren alle freundlich, zeigten jedoch auch kein besonderes Entgegenkommen oder sogar Unterstützung. Hätten wir die Kosten vorher gekannt, wären wir wahrscheinlich lediglich mit einer organisierten Tagestour von Kasane zu den Victoria Fällen gefahren.

Livingstone
Livingstone selbst haben wir nur im Durchfahren angesehen. Auf dem Weg zu den Victoria Fällen sind wir in der Livingstone Safari Lodge untergekommen. Die Campsite war bis auf uns leer. Abends haben wir in der zugehörigen Bar (teuer) gegessen und uns einen Whiskey genehmigt, während der Inhaber (ein Belgier) uns Schwanks aus seinem Leben erzählte.
Die Victoria Fälle selbst waren sehr eindrücklich, da man aufgrund des niedrigen Wasserstandes des Sambesi an den Fällen entlangklettern kann. Man stand direkt an der Kante, an der ansonsten die Wassermassen hinab schiessen. Einen der selbst ernannten local guides benötigt man übrigens nicht wirklich.

Rundu
Livingstone haben wir dann in Richtung Namibia verlassen. Der Grenzübergang Sambia - Namibia bei Shesheke / Katima Mulilo war um einiges geordneter als Kazangula, vor allem wohl deshalb, weil es dort eine Brücke gibt. Vor uns lag dann eine lange Fahrstrecke durch den Caprivi-Streifen. Wir haben die Etappe bis kurz vor Runde an einem Tag gefahren, ggf. könnte man z. B. an den Popa Falls eine Rast einlegen oder aber noch einen der Nationalparks im Nordosten Namibias erforschen. Übernachtet haben wir kurz vor Rundu bei Vungu Vungu in der Kaisosi River Lodge direkt am Okavango mit Blick auf Angola am anderen Flussufer. Leckeres Essen und das eine oder andere Savannah liessen uns die Strapazen des Fahrens vergessen.

Etosha Nationalpark
Wiederum nach einigen Hundert Kilometern erreichten wir das Namutoni-Gate des Etosha-Nationalparks. Es gibt im Etosha-Park drei staatliche Camps (Namutoni, Halali, Okaukuejo), welche man wiederum reservieren muss. Aufgrund des großen Andrangs sollte man dies frühzeitig machen. Auch hier ist das Schicken eines Faxes (zwingend notwendig) wiederum ein Glücksspiel.
Namibia Wildlife Resorts Private Bag 13378, Windhoek 9000, Namibia Tel ++264-(0)61 285 7200 Fax ++264-(0)61 224 900 eMail reservations@nwr.com.naDie Camps selbst sind ansehnlich (wobei Halali etwas verblichenen Charme ausstrahlt) und jeweils mit Tankstelle, Minishop, Restaurant und Pool gesegnet. Weiterhin gibt es Wasserlöcher - der Hauptgrund, diese Camps anzusteuern. An den Wasserlöcher sammeln sich mitunter Dutzende Tiere verschiedenster Arten. Bei der Fülle an Tieren ist es oftmals schwierig, nur eine Tierart auf einmal zu fotografieren! Man sitzt bequem auf Bänken nah am Wasserloch und kann das bunte Treiben beobachten. Nachts werden die Wasserlöcher beleuchtet, so dass man auch nach Sonnenuntergang Tiere beobachten kann. Einige Unerschrockene harren mitunter ganze Nächte dort aus.
Im Vergleich zu den Nationalparks in Botswana hat die Etosha-Pfanne jede Menge andersartiger Eindrücke zu bieten. Der Park ist touristisch jedoch sehr gut erschlossen und wirkt mitunter mehr wie eine Disney Land Variante der Parks in Botswana. Ein direkter Vergleich ist schwierig, da es sich um gänzlich unterschiedliche Landschaften und Vegetationszonen handelt. Ein Besuch lohnt allemal und stellt quasi ein Pflichtprogramm dar.




Otjiwarongo
Nur ein kurzer Zwischenstop auf dem Weg zurück nach Windhoek. Die Otjibamba Lodge ist aufgrund des hervorragenden Restaurants zu empfehlen. Die Lodge hat einige Tierchen vor Ort, u. a. auch drei Giraffen, die sehr zutraulich sind und bis auf wenige Meter herankommen.

Windhoek
Wieder zurück in Windhoek haben wir das Auto und die zusätzliche Ausrüstung zurück gebracht, und uns schon einmal mental auf das vor uns liegende kältere Klima in Kapstadt vorbereitet.