- High Dynamic Range (HDR) Anleitung
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24. Juni 2007
Mit Hilfe digitaler Fotografie lassen sich Bilder mit sehr großem Kontrastverhältnis erstellen (High Dynamic Range, HDR engl., HDR deut.). Man nimmt dabei die Belichtungsreihe eines Motivs und nutzt den Dynamikumfang der gesamten Reihe, um ein einzelnes Bild damit zu erstellen. Möglich ist dies mit spezieller Software über die Erstellung eines 32-bit HDR Bildes. Beispiele solcher Bilder kann man u.a. bei Flickr finden.Software
Es gibt einiges an Software, die 32-bit HDR Bilder erstellen (und entwickeln) kann. Als Beispiele seien HDRSoft Photomatix und natürlich Adobe Photoshop genannt. Diese Anleitung bezieht sich vorerst nur auf Photoshop. Die Entwicklung / Abbildung eines HDR Bildes ist essentiell, da der Dynamikumfang eines 32-bit Bildes nicht ohne weiteres dargestellt werden kann (Stichwort: Tonemapping). Dazu später mehr.
Die Vorbereitung
Man benötigt erst einmal eine Belichtungsreihe eines Motivs. In diesem Beispiel (Universitätsbibliothek in Göttingen) habe ich eine Szene mit lediglich einer 3er-Reihe -1/0/+1EV fotografiert. Im +1EV-Bild erkennt man zwar das Gras, jedoch ist der Innenraum hoffnungslos überbelichtet. Andersherum beim -1EV-Bild: Innenraum bestens, Draußen alles im Dunkel versinkend. Man kann / sollte selbstverständlich auch mehrere und größere Schritte wählen - das Ergebnis wird dann noch besser.

Bilder öffnen
Über “File > Automate > Merge to HDR” kommt man in einen Dialog, in dem man eine Bilderserie öffnen kann. Photoshop liest die EXIF-Daten und kann dementsprechend die jeweilige Belichtung zuordnen. Die Einstellungen in Camera Raw werden beachtet - es sollte dort also 16-bit eingestellt sein, um auch die gesamte Ausgangsdynamik der Raw-Daten zu nutzen. Wichtig ist die Option Auto Align. Photoshop legt die Bilder dann passgenau übereinander. Dies ist eine Grundvoraussetzung für ein vernünftiges Endergebnis.Der White Point
Sobald Photoshop fertig ist, wird ein erster HDR Dialog angezeigt. In diesem Fenster kann man den White Point festlegen. Da die 32-bit Daten nicht im vollen Kontrastumfang auf den Monitor passen, muss quasi ein Mittelpunkt für die Anzeige gewählt werden. Bewegt man diesen Regler hin und her, erkennt man, wieviele Details in den Extrembereichen des Bildes noch vorhanden sind. Angezeigt wird auch ein 32-bit Histogramm.

Die 32-bit Vorschau Optionen
Hier geht es zum ersten Mal darum, wie das Bild am Ende aussehen soll. Über Exposure und Gamma werden im Grunde genommen Helligkeit und Kontrast eingestellt. Man wählt hier am besten diejenigen Einstellungen aus, die den Endcharakter des Bildes zeigen - also eine Grundhelligkeit und einen Grundkontrast.
Highlight Compression
Ein Versuch, alle Bildinformationen anzuzeigen, ist die Highlight Compression. Wie man sieht, ist das Ergebnis jedoch nicht sehr befriedigend.

Die Konvertierung (Tonemapping)
Es folgt der letzte und wichtigste Schritt: das Tonemapping. Mit dem nunmehr vorliegendem 32-bit Bild kann man zwar tlw. direkt in Photoshop weiterarbeiten, ein Anzeigen am Bildschirm oder sogar Drucken ist damit jedoch nicht möglich. Es muss dazu erst in ein 16- oder 8-bit Bild konvertiert werden. Die ersten Schritte hierbei stellen die schon erwähnten Exposure und Gamma Regler dar.
Besser: Tonwertkurve und Histogramm-orientierte Bearbeitung
Über Local Adaptation passt man jedoch besser die Tonwertkurve solange an, bis das gewollte Ergebnis erreicht ist. Es gibt hier keine Absolutwerte, vielmehr liegt es im Ermessen des Fotografen, diejenigen Einstellungen zu finden, die die richtige Charakteristik für das Motiv bieten. Im Folgenden das Beispielmotiv einmal mit linearer Tonwertkurve und einmal mit individuell modifizierten Einstellungen.


Das Ergebnis
Das Endergebnis kann dann in jedem beliebigen Format ausgegeben werden. Hier ist aus dem HDR Bild ein einfaches 8-bit JPEG geworden. Das errechnete HDR Bild kann man als PSD abspeichern, jederzeit bearbeiten und mit z.B. modifizierter Tonwertkurve erneut exportieren. Das Vorgehen eignet sich nicht nur für Nachtaufnahmen, sondern prinzipiell für alle Motive, die einen hohen Kontrastumfang besitzen, so z. B. auch Panoramen mit dunklen Vordergrundelementen und hellen Anteilen im Himmel.
